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Das St.Galler Projekt SOLINSIEME steht für eine neue Form des Zusammenlebens, allein und doch zusammen. Bisher gibt es kaum Beispiele, die versuchen, einen spezifischen Wohnraum dafür zu realisieren. Der Wunsch nach gemeinschaftlichen Wohnformen, die sich sowohl von konventionellen Siedlungen und Hausgemeinschaften wie auch von jugendlichen Wohngemeinschaften unterscheiden, wird zunehmend von vielen Menschen geäussert. Viele Menschen möchten ihr Verhältnis zwischen Individuum und Gemeinschaft neu justieren und suchen dafür eine geeignete architektonische Hülle. 1999 begannen Jeannette Steccanella, Bernadette Wang, Verena Bruderer und Elisabeth Merkt Ideen für ihre zukünftige Wohnsituation zu entwickeln. Das Projekt SOLINSIEME wurde ins Leben gerufen. SOLINSIEME ermöglicht den BewohnerInnen, zusammen in einem Haus zu leben, wobei Individualität und Freiräume erhalten bleiben. Sie teilen sich Gemeinschaftsräume, wo gegessen, gefeiert und gearbeitet werden kann. Persönliche Fähigkeiten, Talente und Vorlieben kommen der Gemeinschaft zugute, sollen gegenseitige Hilfestellungen und eine Wohnform ermöglichen, die sich an ein familiäres Zusammenleben anlehnt, ohne von herkömmlichen Bindungsformen abhängig zu sein. Wir möchten Menschen verschiedenen Alters ansprechen, Einzelpersonen und Paare, die ihre Familienphase hinter sich haben, die einem neuen Lebensabschnitt Qualität geben wollen und offen sind für andere Formen gemeinschaftlichen Zusammenlebens. An der Tschudistrasse 43 entstanden durch Umnutzung der alten Fabrikräumlichkeiten
siebzehn Wohnungen von unterschiedlicher Grösse und verschiedenen
Charakters. Sechzig bis neunzig Quadratmeter Wohnfläche stehen pro
Partie zur Verfügung. Es sind keine grossen Lofts, es ist nicht das
Ziel der Genossenschaft, dass Einzelne grosse Flächen belegen. Dafür
gibt es grosszügige Gemeinschaftsräume, die den sozialen Charakter
der Wohnfabrik unterstreichen. 15% der Gesamtfläche beanspruchen
eine allen zugängliche Wohnküche, Gästezimmer mit Dusche/WC
sowie Werkräume und Ateliers für verschiedene Aktivitäten. Die einzelnen Wohnungen im Stockwerkeigentum haben einen ausgesprochen individuellen Charakter. Die Nasszellen werden als Boxen in die 3.80 Meter hohen Räume gestellt, womit der Loftcharakter erhalten bleibt. Auf unnötigen Luxus wird bewusst verzichtet. Jede Einheit hat entweder Balkon, Loggia oder Aussenplatz.
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